Die vielen verschiedenen Tänze der Völker Asiens beruhen vielfach auf magisch-religiösen Grundlagen, die seit Jahrhunderten überliefert sind und in denen sich vor allem auch eine bestimmte Gebärdensprache erhalten hat. Neben diesen traditionellen strengen klassischen Tanzformen gibt es aber auch viele Tänze mit ausgesprochenem Volkstanzcharakter. Der Tanz kann im Leben der Völker des asiatischen Kontinents als das gemeinsame Zentrum betrachtet werden, wo Religion, Krieg, Kunst und Erotik einander treffen. Er gilt als Ausdruck menschlicher Gefühlsinhalte. Asiatischer Tanz hat meist auch eine religiöse Komponente.

Die Pflege von Volksmusik und Volkstanz sind in China ein bedeutender Faktor des allgemeinen Lebens. Fast jede Landschaft hat iher eigene Volkstradition, ihre eigenen Gesänge und Tänze. Es gibt zum Beispiel nicht weniger als 126 verschiedene Formen von Volkstänzen unter dem “Han”-Volksstamm in Shantung. Sie werden mit und ohne Instrumentalbegleitung aufgeführt.

Geworden und geläutert in einer Tradition von über zehn Jahrhunderten, hat der kambodschanische Tanz eine Vollkommenheit erreicht, bei der Ausgeglichenheit, Leichtigkeit und Schönheit in wunderbarer Einheit vorherrschen. Nichts wird der Improvisation überlassen, jede Bewegung steht unter einem überlieferten Gesetz. Die musikalische Phrase bestimmt jede Modulation des Körpers. Die kambodschanische Tanzpantomime besitzt ca. über 1500 verschiedene Posen. Jede ist genau vorgeschrieben und hat ihren besonderen Namen.

Die Kultur der Philippinen ist eine Mischung von bodenständigen einheimischen Elementen mit Elementen der Kolonisation. Dieser Umstand spiegelt sich auch in philippinischen Tänzen wider. Es existiert eine Einteilung von vier Typen: den spanischen, den restlichen bodenständigen philippinischen, den Igorot – oder vorgeschichtlichen und den moslemischen Typus. Vorherrschend ist der spanische Typus. Ihn findet man in den meisten Provinzen, sowohl was die Tanznamen betrifft als auch die Tanzformen. Unter den Igorots oder den einheimischen Bewohnern, die noch in den Bergen des nördlichen Luzons leben, sind Tänze ein Teil des Stammesleben.

Getanzt wird zu den Feiern verschiedenster Art. Tanzen ist ein Ausdruck von Lebensfreude.